Natürlich basiert der Name Maltricks auf dem Film Matrix und ist eine Spielerei mit dem Namen. Allerdings beschreibt dieses Kunstwort die Art und Weise wie ich ein Bild gestalte – hierzu gehören die Tricks und Kniffe im Umgang mit den Werkzeugen und den Malgründen (Leinwand, Pappe oder Hartfaser). Aufgrund der Umweltverträglichkeit und meiner Gesundheit verwende ich hauptsächlich Acrylfarben, da diese auf Wasserbasis hergestellt sind. Acrylfarben sind zudem nicht so geruchsintensiv wie Ölfarben. Zur Reinigung der Pinsel und anderer Arbeitsgeräte von Ölfarbresten werden Universalverdünnung, bzw. Terpentinersatz benötigt, außerdem sind Ölfarben schwermetallhaltig, d. h. sie enthalten Blei, Kadmium oder auch Kobalt und sind daher mit Vorsicht zu verwenden. Zudem ist die lange Trocknungszeit für Ölfarben zu bedenken.
Für die Reinigung, bzw. Aufbewahrung der Pinsel nach dem Reinigen wird lediglich ein Pinselhalter benötigt, also ein Glas mit einer Drahtspirale in der der Pinselstil hineingedrückt wird, so dass sich die Haare oder Borsten maximal bis zur Zwinge (Blechhülse) im Wasser befinden. Lange sollte ein Pinsel nicht im Wasser hängen. Zum einen kann die Zwinge Rost ansetzen, zum anderen kann der Stil aufquellen und die Zwinge wird geweitet und löst sich vom Stil. Bei aggressiven Lösemitteln kann sich das Epoxitharz, mit dem die Pinselhaare am Ende innerhalb der Blechhülse zusammengehalten werden auflösen und das wars für den Pinsel. Außerdem verflüchtigen sich Lösungsmittel, wie z.B. Therpentin und belasten die Atemluft in näherer Umgebung. Alternativ habe ich mir einen Pinselhalter selbst angefertigt. Es gibt auch Pinselreiniger für Acrylfarben. Wird ein Pinsel vorläufig nicht mehr gebraucht, wäscht man die Haarspitzen gründlich aus und reibt sie dann auf einem Stück Kernseife, bis sich der Schaum gut in den Haaren verteilt hat, anschließend wird die Pinselspitze mit zwei Fingern in Form gebracht. Zum Schluss wird der Pinsel mit der Haarspitze nach unten in den Pinselhalter zum Trocknen gesteckt. Durch das Hängen kann sich keine Flüssigkeit in der Zwinge sammeln, da sie nach unten abtropft.
Als Pinselhalter verwende ich ein schmales Brett aus Buchenholz, in dem Löcher verschiedener Größe sind. Die Pinsel werden einfach in die passenden Löcher gesteckt und kurz dabei gedreht, dann halten sie. Das Brett ist bei mir zuhause unter einem Regalbrett mittels einer Schraube befestigt und kann unter das Regalbrett platzsparend gedreht werden, wenn die getrockneten Pinsel entnommen worden sind. Wenn ein Pinsel mit der Haarspitze nach oben in einen Behälter gestellt wird, kann sich das restliche Wasser, Lösungsmittel oder ein eventueller Farbrest am hinteren Ende der Pinselhaare sammeln, festtrocknen und zu einer Spreizung der Haare führen. Dann haben Sie keinen Pinsel mehr sondern einen Strauchbesen. Ein guter Pinsel ist nicht billig, also behandle man ihn entsprechend, damit er lange erhalten bleibt.
Die tatsächliche Arbeit liegt aber in der Vorbereitung eines Bildes. Es beginnt mit einer ersten Idee, dann folgt die Anfertigung einer Skizze, deren Ausarbeitung, die Festlegung der Farbtöne und die Reihenfolge der Arbeitsschritte. Damit ein Bild realistisch dargestellt werden kann, ist eine umfassende Kenntnis der Perspekte erforderlich. Mit diesem Thema habe ich mich seit Jahren eingehend befasst und ein Heft für Einsteiger verfasst, wie auf der Startseite beschrieben.
Als Nächstes stellt sich die Frage, mit welcher Art von Farben das Bild gemalt werden soll. Arbeiten Sie lieber mit Öl– Acryl– oder Aquarellfarben? Vielleicht arbeiten Sie lieber mit Farbkreiden? Dies müssen Sie erst einmal für sich selbst herausfinden, bevor Sie ein Farbensortiment kaufen oder irgendwelche Pinsel. In diesem Fall kann ein Workshop, wie er z.B. an einer Volkshochschule angeboten wird, sehr hilfreich sein. Vom Kauf eines Farbensets aufs Geratewohl möchte ich Ihnen abraten. Scheinbar günstige Farben können sich schnell als ein Fehlkauf erweisen, denn billig und Qualität schließen sich allzu oft aus. Es gibt Geschäfte für Künstlerbedarf, die Tafeln mit verwendeten Farben als Muster ausstellen, dies gibt eine Vorstellung von den Farbtönen und der Deckkraft der Farben. Es gibt auch Fachgeschäfte, die Workshops anbieten. Für sehr flüssige Acrylfarben gibt es die Möglichkeit, ein Verdickungsmittel zu verwenden, oder Sie können von vornherein pastose Farben verwenden, sollten Sie einen kräftigen Pinselstrich bevorzugen.
Dies sind nun Vorüberlegungen, die stattfinden, bevor überhaupt der erste Pinselstrich stattfindet. Sie müssen das Bild schon fertig vor Ihrem geistigen Auge sehen, wenn Sie das werdende Bild nicht dem Zufall überlassen wollen. Ich persönlich mag keine Überraschungen auf der Malplatte oder der Leinwand, darum mache ich mir vorher Gedanken hierüber. Bei der Arbeit an einem Bild werden oft nur kleine Farbmengen benötigt. Wenn ein Farbton aus den Grundfarben angemischt wird, bleibt ein Rest übrig, der anschließend im Abfluss landet, es sei denn, man hat etwas mehr in einem kleinen Gläschen (ca. 80 ml) angemischt. Wenn im täglichen Gebrauch Lebensmittel verbraucht werden, wird auch so manches Glas frei, wobei ein Marmeladenglas oft schon zu groß ist. Es gibt auch kleine Glasgefäße zu kaufen, aber am besten, man schaut erst einmal in den Abstellraum, ob sich nicht doch ein passendes Glas befindet, bevor man in Geschäften auf die Suche geht. Kleine Gläser mit Schraubdeckel aus Metall mit Gummirand im Inneren des Deckels sind vorzuziehen, da sich diese gut verschließen lassen.
Ein Problem, dass Acrylfarbe mit sich bringt, ist der Schimmel. Wer kocht sein Wasser schon ab? Auch der Pinsel ist nicht keimfrei und schon geht es mit dem Gammeln im Glas los. Um dies zu vermeiden, gibt es ein Konservierungsmittel, dass tropfenweise der Farbe beigemischt wird. Ich selbst gebe zur Not ein paar Tropfen Brennspiritus der Farbe hinzu, allerdings verflüchtigt er sich recht schnell, wie es für Alkohol typisch ist. Bei Ölfarben ist zu beachten, dass sie Schwermetalle enthalten können. Neuerdings gibt es auch Ölfarben ohne diese giftigen Substanzen. Falls jedoch die schwermetallhaltigen Farben zum Einsatz kommen, müssen die Farbreste als Sondermüll entsorgt werden.
Zu Beginn steht eine Idee. Die folgende Buntstiftzeichnung ist die erste Realisierung einer Szene, in der Neo und Trinity das Agentengebäude betreten, um Morpheus zu befreien. Zuerst entstehen einfache Linien, dann Flächen, die mit Farben zum Leben erweckt werden. Die feine horizontale Linie auf Höhe des Röntgengerätes für Gepäckstücke, stellt die Augenhorizontlinie dar. Zusammen mit der senkrechten Linie in der Mitte der Malplatte, ergibt sich der Fluchtpunkt.
Nachdem die Linien übertragen wurden, mussten zuerst die Farben der einzelnen Flächen festgelegt werden. Es gibt matt auftragende und glänzende Farben. Zum Zwecke der Reproduktion empfehle ich matte Farben, da sie sich nahezu ohne Reflexionen fotografisch festhalten lassen. Der Glanz, wenn gewünscht, kann zum Schluss aufgetragen werden. Steht fest, dass das Bild in einem Rahmen mit Glasscheibe eingesetzt wird, braucht kein transparenter Klarlack aufgetragen zu werden. Grundsätzlich gilt – es sollte kein Kunstwerk dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt werden.
Als nächste Aktion wurde der Hintergrund ausgearbeitet. Von hinten nach vorn entstand die Fensterfläche, davor die Säulen, das Röntgengerät mit der Wand zwischen den beiden Säulen und die dunkelbraunen Fliesenreihen. Bei deckenden Farben kann der Aufbau vom Hintergrund nach vorn erfolgen. Bei Zeichnungen ist es genau anders herum. Deckende Flächen müssen von vorn nach hinten festgelegt werden.
Die äußeren Säulen wurden mit einer speziellen Acrylfarbe gestaltet, die eine sandähnliche Struktur bildet. Beide Farben sind in unterschiedlichen Grautönen verwendet worden. Das Licht kommt von vorn, deshalb sind die hinteren Flächen der Säulen dunkler. Am oberen Ende der Säulen wurden die Schatten noch etwas dunkler gesetzt. Die Struktur des Fliesenbodens wurde durch das Ineinanderarbeiten von dunklem und hellem Grün erreicht. Zuerst wurde mit Umbragrün vorgestrichen und dann der helle Grünton (Lichtgrün) mit dem Flachpinsel (Katzenzunge) eingearbeitet, sodass die Farben nicht nebeneinander liegen sondern ineinander übergehen. An den vorderen mittigen Säulen sind die innen befindlichen hellen Flächen zu sehen. Die Trennwand hinter dem Röntgengerät ist für den Schatten im unteren Bereich der vorderen Säulen verantwortlich. An den Seiten der äußeren Säulen befinden sich aus Blech gefertigte zylindrische Behälter, die durch Grauabstufungen und einen Schatten an den Säulen betont worden sind.
Als nächste Aktion wurden die äußeren Säulen mit einer grüntransparenten Farbe überarbeitet. Der obere Bereich bekam einen blau schimmernden Farbton, der die Spiegelung des Lichts andeuten soll, dann erfolgte die Ausarbeitung der Stühle und das erste Opfer am Boden.
Nachdem die Figuren mit einem weißen Stift vorskizziert wurden, erfolgte die Ausarbeitung mittels Strukturpaste. Grobe Strukturpasten sollten nur dem Vordergrund vorbehalten sein und nicht zu viel verwendet werden. Strukturpaste ermöglicht eine Betonung der dritten Dimension. Die Paste ist in der Regel weiß. Es empfiehlt sich daher, die Paste mit der gewünschten Farbe anzumischen, da ansonsten beim Nacharbeiten der helle Farbton zum Vorschein kommt oder der helle Ton aus kleinen Löchern oder Ritzen zu sehen ist und sich möglicher Weise nicht mehr mit der Farbe abdecken lässt.
Als Nächstes wurde das zweite Opfer des Wachpersonals mit einer Krawatte versehen und die Hose noch etwas überarbeitet. Anschließend erhielten die beiden Protagonisten ihre Gesichtszüge und Waffenausstattung.
Nach einer kritischen Betrachtung, wurden die Beine des ersten Wachmanns und die Stühle noch etwas überarbeitet, die beiden Blechbehälter und das Hemd des zweiten Wachmanns auf der linken Seite. Auch die Beine wurden noch etwas verkürzt, um der Perspektive etwas mehr gerecht zu werden.
Es erfolgte noch die Ausarbeitung des Schattens im Vordergrund. Das Licht wird durch die Trennwand hinter dem Röntgengerät abgeschirmt. Nur das übrige Licht schafft es über die Kante und wirft einen Schatten der beiden Protagonisten nach vorn. Die hellen Flächen wurden durch das Anmischen hellerer Farbtöne hervorgehoben. Bei den dunkelbraunen Fliesen wurde lediglich ein helleres Braun aufgetragen. Bei der grünlich strukturierten Fläche wurden wiederum zwei Grüntöne ineinander gearbeitet. Zu guter Letzt wurden die zerplatzten Paintballs durch orange Flecken an den Säulen angedeutet.
Bei meinem neuen Bild, das vor kurzem fertig geworden ist, handelt es sich um eine maritime Darstellung. Wie auch bei den Bildern der Maltricks-Serie wird der Schritt-für-Schritt-Aufbau gezeigt. Als erster Schritt wurden die Umrisse des Segelbootes und der Hintergrund mit einer dünnen Linie vorgezeichnet.
Als zweiter Schritt wurde der Himmel angelegt. Hierbei wurde ein blauer Farbton angemischt und mit weißer Binderfarbe ineinander gearbeitet. Der Binder ist etwas zäher und dickflüssiger, als die blaue Acrylfarbe. Die übergänge der Töne lassen sich mit einem kräftigen Pinsel von hell nach dunkel ausarbeiten. Zudem wurde die Horizontline mit hell bis dunklen Blautönen angelegt, denn Bäume im Hintergrund und diesiger Wetterlage sind nicht mehr grün sondern bläulich und die Konturen unscharf.
Das folgende Bild zeigt die angelegten Segelflächen und die vorbereitete Wasseroberfläche. Bei den Segeln ist eine Hintergrundfarbe angelegt worden in einem Braunton, der mit reichlich Weiß angemischt wurde. Die Wasseroberfläche besteht aus einem dunklen Blau und Umbragrün. Die relativ schnell trocknenden Farbtöne wurden mit einem Flachpinsel ineinander gearbeitet und ein sehr heller Blauweißton mit einem Fächerpinsel in die noch nicht durchgetrocknete Hintergrundfarbe eingearbeitet. Die Gischt wurde ebenfalls mit dem Fächerpinsel vorsichtig getupft.
In diesem Bild wurden die Segel überarbeitet und zwei große Falten im Hauptsegel, bzw. Klüver angelegt sowie die Linien, die im Segel als Versteifung dienen. Der Rumpf des Bootes wurde in verschiedenen Brauntönen angelegt und die Wasseroberfläche hat noch ein paar Korrekturen erhalten.
Das untere Bild zeigt verschiedene Arbeitsschritte. Der Mast und der waagerechte Balken (Klüver-Baum) und die Details des Rumpfes wurden weiter ausgeabeitet. Die Fahne und der erste Seemann wurden fertiggestellt.
Das letzte Bild zeigt sehr viele Details, die zusätzlich zu dem zweiten Seemann fertiggestellt wurden. Die Seile und Umlenkrollen, das Ruder und die mit Silberfarbe dargestellten Metallbeschläge des Bootes.